federal civil defense union - staatengründung


Kaspas


die f.c.d.u ist gegen meinungsfreiheit. sie steht für fake news und absolute repression. unsere diktatur wird von einem unsichtbaren staatsoberhaupt regiert. als botschafter der f.c.d.u. bereisten die mitglieder des staatstheaters der republik gerade paris, london, zagreb und togo.
mehr dazu demnächst unter: www.f.c.d.u.com


Kaspasaction





lafisinsiär - das all inclusive europe special


watch movie:



drück mich! hab mich lieb! fütter mich! europa hat hungerr, hat durst und muss aufs töpfchen,
zum glück ist hier alles all-inclusive...
komm mit der admösistration auf das kreuzfahrtschiff der liebe, steig auf und genieß das auf und ab der wellen, die warmen temperaturen an deck und die heißen küsse im frachtraum.
die ms europalove ist zum ankern bereit! hier wird es dir besser gehen, denn hier ist die liebe am steuer!
puh, aber sagt mal irgendwas müffelt hier doch... und hat jemand den kapitän gesehen?... naja, erstmal schauen, was es am büffet so gibt!
erlebe kulinarische videos, attraktiven service, erfahrenen komfort und hochkarätige exklusivität!
wir werfen den anker am donnerstag 23.05.2019 um 19 Uhr vor dem alten kaisers (jetzt rewe) am kottbussitor
with:
federal civil defence admösistration
(orli baruch, iris christidi, katja czellnik, wielanda lemke, tatjana reeh, sanghwa park)
musicians: carla wierer (geige), michele da ros (akkordeon)

NOrth EUrope, berlin, 23.5.2019




heideggersheidi - die leere des übermenschen


Heideggersheidi


„Wenn das Licht von tausend Sonnen am Himmel plötzlich bräch‘ hervor,
zu gleicher Zeit – das wäre gleich dem Glanze dieses Herrlichen …“
(Robert Oppenheimer nach dem ersten Atombombentest 1945)

„Das ist das größte Kunstwerk, was es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Stellen sie sich das doch vor, was da passiert ist, das sind Leute, die sind so konzentriert auf das, auf die eine Aufführung und dann werden 5000 Leute in die Auferstehung gejagt in einem Moment.“
(Der Komponist Karl Heinz Stockhausen nach 9/11)

"gib gas! jetzt musst du noch mal richtig gas geben! wenn du jetzt nicht gas gibst, dann..."
(heidi klum)

"das nichts nichtet!"
(heidegger)

federal civil defense admösistration:
orli baruch, iris christidi, katja czellnik, wielanda lemke, sanghwa park, tatjana reeh

video, performance, livemusik

15.september 2018 westgermany, kotti




prelude to heideggersheidi


HEIDI

took place without backwahn, 31.july, NOrthEUrope



exodus es o sechsunddreißig!


Exodus so36!


Willkommen in der Popup- Wohngemeinschaft:
Lassen sie sich durch die fachkundige und individuelle Beratung unserer Schädlingsexperten liebevoll betreuen wie ein Familienmitglied. Wir stehen für schnelle, effiziente und erfolgreiche Vertreibung. Nicht nur dank der dreifach-Formel:
Unterbrechung der Wasser- oder Wärmeversorgung
ausgedehnte Bauarbeiten (inklusive hocheffektiver Verdunkelungsplane)
massive Überbelegung mit Wanderarbeitern
wird auch die letzte Bastion, das Zentrum Kreuzberg, binnen Kürze Kanakenfrei. Wir haben noch eine Menge mehr zu bieten! Und zu guter Letzt gibts den Leichenschmaus:
Da wird er schon ran geschafft, der menschliche Dönerspieß: jetzt muss er hängen, jetzt muss er sich drehen, wie in der schönsten Peepshow OHA
WARTE NUR BALDE…
BALD IST ER GAR!
BALD IST ER SO RICHTIG SCHÖN KNUSPRIG!
MMMMMMMMMMMHHHHHH
(veggieday war gestern)

Das ist Berlin, Berlin, die ewig junge Stadt…

Installation, Video, Musik, Gesang, Gastronomie, Life-Performance von und mit:
Orli Baruch, Iris Christidi, Katja Czellnik, Wieland Lemke, Sanghwa Park, Tatjana Reeh

NOrthEurope: 28.Februar 2018

Exodus1


Exodus2





schlekkies in zeiten des einatmens


Schlekkies3


erste leseperformance aus dem neuen "övre" von conchita:
in unserer überhitzten, postfaktischen welt kommt es zu einer geografischen reaktion: eine verrückung findet statt. die „zeit des großen einatmens“ (stephen hawking) hat die welt verwandelt. war sie vorher lediglich ein rundes ding, hat sie nun einen kopf, eine brust, einen bauch und einen darm. in dieser gestalt gewordenen hierarchie existieren fortan neue, schwer durchschaubare regeln. die durcheinander gewirbelte, genre übergreifene personnage aus comic- und kunstfiguren, fake dictators, transgenders, wissenschaflern, monstren (medikamenten-testteilnehmern), loosern und tieren prallt in dieser kaleidoskopartigen versuchsanordnung in unterschiedlichen konstellationen aufeinander: es kommt zusammen, was nicht zusammen gehört, woraus sich stets neue und unerwartete realitätsverschiebungen ergeben, die durchaus nicht der komik entbehren, allen beteiligten jedoch ein schnelles reaktionsvermögen abverlangen, wenn diese nicht im sog der geschichte untergehen, oder von der allmählich aus dem darm quillenden scheiße begraben werden wollen… .

17.12. 2017 NorthEurope/WestGermany

mit Katja Czellnik, Tatjana Reeh (und noch ne performance von Nip Man Teng and groupies)

watch teaser:
https://vimeo.com/242611138



deutschland ein erfolgsmodell: qualität seit 1949


Kochen


Exklusives, alles vier Jahre wiederkehrendes Event: 24.9. 2017 NorthEurope/WestGermany


Anlässlich des freudigen Ereignisses der Wiederwahl von Mutti Angie kochen integrationswillige Flüchtlinge und abgehängte Deutsche eines der Lieblingskochrezepte der Mutter der Nation:
Grünkohleintopf mit Mettwurst.
Tragen Sie Ihren Teil dazu bei, dass wir das schaffen: kochen und essen Sie mit!
Vorspiel:
Nip man Tengh präsentiert als Gastgeschenk aus Macau eine Zukunftsvision der Berliner Stadtarchitektur anhand des markanten Ernst Reuter Platzes: ein Sinnbild für erfolgreiches Zusammenleben einer zunehmen heterogenen Bevölkerungsstruktur!
Installation, Regie, Performance:
Iris Christidi, Katja Czellnik, Tatjana Reeh, Nip Man Teng, Sanghwa Park, Wieland Lemke and guests




mime, marx, mutationen


Kunstwerk2

(Fotos Falk Wenzel)

Wir laden in eine Kommune der besonderen Art: bevölkert von Meistern der Vergangenheit, Dienern der Gegenwart, Fiktionen, Asylanten, Mutationen und Wurm Fafner, der mal wieder gewütet hat. Wer macht den Dreck weg?
Lassen Sie sich als Teil der Familie begrüßen und werden Sie zu unseren Mitbewohnern. Wir erkunden die mysteriösen und spirituellen Kreisläufe des Kapitals und erschaffen nichts geringeres als das Kunstwerk der Zukunft! Unsere Exkursion ins bourgeoise Dschungelcamp bietet dabei neben gruppendynamischen Heilserfahrungen, sprachakrobatischen Ideologie-Indoktrinationen und proheptischen Seancen auch ein erlesenes Geschmackserlebnis. In unserem exklusivem Kochstudio erwartet unser Meisterkoch ihre Mithilfe:
Mime, das Monster, die Negativ - Ausgeburt, die ultimative Mutation einer apokalyptischen Weltentwicklung, ungeliebt, ungenügend, in seinem wahnhaften Zwang einer totalen Weltbeherrschung und zugleich Weltvernichtung a la Dr. No. Er hat sich dabei seinen Konterpart geschaffen: Siegfried - naiv, instinktgesteuert, tierisch. Dr. Jekill/Mr.Hyde, oder auch: Frankenstein lässt grüßen und kreirt mit uns gemeinsam ein außergewöhnliches Kochexperiment.
Wir wünschen guten Appetit!

Konzeption, Regie, Performance: Orli Baruch, Iris Christidi, Katja Czellnik, Ralph Ertel, Sanghwa Park, Tatiana Reh, Jezi Tay

21.2./28.2.2017, Oper Halle „Das Kunstwerk der Zukunft Ausgabe V“, Inszenierungsreihe zu Karl Marx: Das Kapital und Richard Wagners Ring, Gesamtleitung: Michael von zur Mühlen
mehr unter:
http://buehnen-halle.de/das_kunstwerk_der_zukunft#!/


watch trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=_jeYKz0cs6A



kein schöner land! - eine musiktheatrale heimatbeschwörung


Schland 1


Musikalische Leitung: Michael Wendeberg, Bühne: Martin Miotk, Kostüme:Andy Besuch, Performance: Martin Miotk, Franziska Gramss, Marius Schötz, Gesang: Erika Roos, Ki-Hyun Park, Kinderchor Halle, Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Halle,
Konzeption, Regie, Video: Katja Czellnik
25.9., 5./9./31.10.2016, Oper Halle

"Rasant-starker Neustart an der Oper Halle mit dem "Fliegenden Holländer" und "Kein schöner Land!"


(…)Die theatrale Liveshow „Kein schöner Land“ greift die Forderung einer Gruppe mit „populationsökologischer Brille“ nach mehr echter und ernster deutscher Kultur auf – Anlass zu Quiz und Talk über die Kernregion der Dichter und Denker.
Martin Miotk wirbelt smart, glatt und sympathisch die Saale rauf und runter. Katja Czellnik presst die Bildungsgüter in Videos und Live-Zuspielungen. Die telegen verkürzten Heiligtümer-Häppchen werden serviert in schlanken Portionen, liebvertraute Saale-Lieder zum schütteren Absingen fehlen nicht. Nur ein paar Buhrufe gibt es, etwa gegen die umstritten innovative Kombination von Schuberts „Ave Maria“ mit Pailletten-Burka.(…)Zum Finale intoniert die als „Deutsche Philharmonie Königsberg“ anmoderierte Staatskapelle Halle aus Wolfgang Rihms erster Sinfonie. So kann sich der neue Kapellmeister Michael Wendeberg doch noch angemessen vorstellen, nachdem er den Mitspielern Franziska Gramss und Marius Schötz untertänigste Jingle- und Soundtrack-Dienste leistete. Der Kinderchor paradiert in froschgrünen Overalls zu Eislers „Im Frühling“, wie kleine grüne Marswesen. Mehr „schland“ – so steht es da - in 110 Minuten geht nicht: Die Oper Halle lobt den grünen Klee und scheut nicht die brennenden Nesseln, leichthin propagiert sie überdies die verstärkte Auseinandersetzung mit der Gegenwart.(…)"

(Roland Dippel, Leipziger Volkszeitung 28.9.2016)

"Solche Abende gefährden meine Gesundheit!"


(Halle Spectrum)


"Tolldreiste musikalische Heimatbeschwörung"


Heterotopie Halle: Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Veit Güssow und Michael von zur Mühlen tritt Florian Lutz, der neue Intendant der Oper Halle an, um an einer Vision für das Musiktheater von morgen zu arbeiten. Am Eröffnungswochenende reagierte das Publikum vin heute darauf ziemlich begeistert. (….) Die interdisziplinär kompetente, zuletzt in der Berliner Off-Szene tätige Regisseurin hatte sich von einer Forderung im Wahlprogramm der AfD von Sachsen-Anhalt inspirieren lassen, wonach Museen, Orchester und Theater "in der Pflicht" seien, "einen positiven Beitrag zur eigenen Heimat zu fördern". Dieser Pflicht wurde Genüge getan: Unter der Leitung des neuen ersten Kapellmeisters Michael Wendeberg (den man aus der Zusammenarbeit mit Pierre Boulez kennt, eine vielversprechende Personalie!) spielte ein großes Orchester deutsche Musik. Martin Mitok moderierte mit dem aasigen Zynismus einer effektgeilen deutschen Medienhure, Franziska Maria Gramss parodierte mit schiefbeiniger Naivität deutsche Frauen, Erika Roos schwang Germanias Schwert, der Bassist Ki-Hyun Park sang als schwarzer Otello (Achtung: Blackfacing!) den noch schwärzeren Pizarro….Der Abend verquirlt Klischees und Klamauk zu einer politisch moderat unkorrekten Mischung, die die Heimatkultur-Konservatoren der AfD kaum glücklich machen dürfte, das Premierenpublikum im Opernhaus aber, wie bereits die beiden anderen Produktionen des Eröffnungswochenendes durchaus, Start erst mal gelungen - Fortsetzung folgt."

(Detlef Brandenburg, in "Die Deutsche Bühne" Ausgabe 11, 2016)


Schland 2


Schland 3

(Fotos: Falk Wenzel)

watch trailer:





die gärtnerei und der PENC.PENC


Palaverbaum

Happening-Aktion zur Pflanzung eines Palaverbaums in der „Gärtnerei“: einem 2015 durch Anne Laure Gestering und Michael Fuchs von der Berliner Architektengruppe Raumlabor initiierten Langzeitprojekt für Flüchtlinge.
Konzept und Leitung: Nicole Timm und Katja Czellnik, Juli 2016  
PENC PENC ist ein wort aus dem wolof, der nationalsprache im senegal, und bedeutet palaverbaum. in der afrikanischen kultur entspricht das wort palaver der bedeutung von „versammlung“. über lokale anliegen des dorfes wird unter dem palaverbaum beraten und abgestimmt. es ist ein ort der begegnung, der geschichten und sagen und der feste. In mehreren stationen zieht die neuköllner nachbarschaft zusammen mit geflüchteten aus mali, niger, syrien, afghanistan und guinee-bissau über das gelände der gärtnerei und pflanzt gemeinsam einen palaverbaum für berlin-neukölln. es wird gemeinsam gekocht, es werden geschichten erzählt und gesammelt und es wird palavert.
Der Berliner Palaverbaum wurde mit ritueller Prozession, Gesängen und „Geschichten“ als Geschenk der afrikanischen Flüchtlinge für die Anwohner und Besucher aus Berlin gepflanzt.

Palaverbaum2


mehr unter: http://raumlabor.net/die-gaertnerei/




willkommen in der brandbehörde


Brandbehörde

Lieber im Frieden sterben, als im Krieg fallen, das ist unser Motto! 
Liebe Asylbewerber, die ihr mühsam und beladen seid,  kommt alle zu uns, um euch in Würde verbrennen zu lassen, statt daheim im Bombenhagel zu sterben. Nicht ohne eine stimmungsvolle Trauerfeier natürlich, bei der deutsches Liedgut zum Besten gegeben wird. Wir praktizieren eine extrem warme Willkommenskultur!
Wir laden natürlich auch euch Bundesbürger ein, zu uns zu kommen, denn inzwischen sind wir ja selbst zum Kriegsgebiet geworden. Da ist die Vorstellung doch angenehmer, sich würdevoll zu verabschieden, statt auf dem Weihnachtsmarkt zerfetzt zu werden.
Schaut vorbei und überzeugt Euch von unserer stimmungsvollen Atmosphäre und unseren freundlichen Mitarbeitern: wir lassen euch nicht im Stich, bei eurem allerletzten Weg seid ihr bei uns in wahrhaft guten Händen!


mit:
Mit: Sabine Denkinger - Hauseigene Bestattungssängerin
Josi Reinisch Bestattungsmusikerin
Martin Miotk -Behördenleitung
Barbara Alphen Nachlassbearbeiterin
Marie Budek - strippende Syrerin
Katja Czellnik - Werbebeauftragte
und einem Überraschungsgast


installation, video, performance
NOrtheurope/Westgermany November 2015

watch trailer:






redsame männer


Redsame Männer1

(Fotos Xiorama Bender)

szenische konzeption der a capella männerchöre von richard strauss
tiroler festspiele Juli 2015


Inszenierungsteam (in alphabetischer Reihenfolge):
Katja Czellnik (konzeption und regie), Hsuan Huang (kostüm und bühne), Stefanie Lindner (kostüm und bühne), Thomas Mandl (musikalische leitung), Hartmut Meyer (bühne) und Martin Miotk als Erwin Ringel.

watch trailer:

Tiroler Festspiele eröffnen mit verstörender Inszenierung


(…)So irrlichtert der Schauspieler Martin Miotk als Untoter Erwin Ringel über die Bühne, betont dabei immer wieder, dass aus Zivilisation Kunst werden und das das Unterbewusste bewusst werden müsse und dass die Liebe das Wichtigste sei. Dabei treibt er die singenden österreichischen Mannen (Chorakademie der Festspiele Erl) zu vielen Aktionen: Zu Beginn sind sie eine brüllende Männerhorde, die die österreichischen Farben im Gesicht, sich um die riesengroße Österreichflagge scharen und das "Austria"-Lied von Anton Wildgans rausschreien. Am Ende versammeln sie sich zu demselben Lied um einen Maibaum, der von ihnen aufgerichtet wird, mitten unter ihnen auch Bosnier im roten Fes: Der wahre Österreicher ist qua Geschichte immer schon Europäer, wie Wildgans betont hatte.
Dazwischen aber ließ die österreichische Seele die Sau raus, wozu extra ein "Häusl" herangerollt wurde, in dem man sich erleichtern kann. Dazwischen geriet das Haus Österreich in Flammen, in denen nackte, sportgestählte Leni-Riefenstahl-Figuren mit ihren Körpern prangten, alles zu Strauss' harmonisch irritierendem "Traumlicht", das zum verführenden Irrlicht wird, der Männerchor wurde dabei vom Tod dirigiert (musikalische Leitung: Thomas J. Mandl). Dazwischen arbeiteten sich die Männer an einer Riesen-Frauen-Puppe ab, die erst aufgeblasen und gefesselt, dann beworfen und am Ende umgelegt wurde, dazwischen endete eine Prozession zu Marien-Musik im Chaos, auch weil wilde bepelzte Schneemander wie Boten aus dem Reich der Triebe alles hintertrieben: Überall lauert die Gefahr der Verführung zum Bösen. Deswegen beorderte der Ringel-Schauspieler immer alle Männer an die Waschtröge, um das Böse wegzuwaschen: Österreicher, an die Waschtröge!

Das Böse kann nur durch die Liebe besiegt werden: So wandelte sich das Tanzlied "Der Tummler" in einen gemeinsamen Tanz von Österreichern und Bosniern, so ertönte die Ode an die Freude als Brüderlichkeitsverheißung, so sang der Chor das Lied über die Liebe von großen roten Herzen ab.

Verwirrend war diese Bilderflut, intellektualistisch und nicht immer selbsterklärend, Österreich bleibt ein Mysterium.

Oberbayerisches Volksblatt, 10.Juli 2015

Buhrufe gegen die Bequemlichkeit


(…)
Landeshauptmann Platter nützte indes seine Grußworte, um das Erler Festival als „Zeit der großen Gefühle“ zu umschmeicheln und „Festspiele der Auseinandersetzung“ zu beschwören. Letzteres tat Platter mit Blick auf den zweiten Teil der Eröffnung, in der Katja Czellniks Inszenierung „Redsame Männer“, eine musikalisch-szenische Bearbeitung von Richard-Strauss-Chören, die Fragen nach Österreichs nationaler Identität aufzuwerfen suchte.
Und siehe da: Eine Ausei­nandersetzung gab es tatsächlich. Entlang von Passagen aus Erwin Ringels „Eine neue Rede über Österreich“ (1983) entwarf Czellnik eine Chronologie der österreichischen Geschichte der vergangenen 100 Jahre, für die sie durchaus drastische Tableaus fand. Da schlafen die Österreicher (dargestellt von Mitgliedern der Chorakademie der Festspiele Erl) eingehüllt in die Nationalflagge den Schlaf der Gerechten – und taumeln wenig später ins brennende Haus nationalsozialistischer Verbrechen. Verbrechen, die im Anschluss kollektiv verdrängt werden sollen. Anschauliches, wenn auch wenig subtiles Bild dafür: Ein Klo-Häuschen, in dem sich die in Reih und Glied aufgefädelten rot-weiß-roten Recken erleichtern. Wie gesagt, subtile Eleganz haben die von Erwin Ringel (mit großer Geste: Martin Miosk) angeleiteten „Redsamen Männer“ nicht zu bieten, aber das Stück scheut sich nicht, unvermindert aktuelle Fragen zu stellen. Fragen, die vom ansonsten im beinahe automatisierten „Bravo“-Rufen geübten Erler Publikum mit deutlichen Missfallensbekundungen quittiert wurden. Es waren befreiende Buhs. Nicht etwa, weil es Stück und Akteure verdient hätten. Sondern, weil es zeigt, dass in Erl auch das Unbequeme einen prominenten Platz findet. Festspielen, die sich nicht in belangloser Kunstfertigkeit verlieren wollen, kann nichts Besseres passieren.

Tiroler Tageszeitung, 10.Juli 2015

Die Festspiele Erl begannen mit einem Eklat


Zivilisation schafft Kultur. Diese Aussage des verstorbenen Psychiaters und Suizidforschers Erwin Ringel wird in Österreich kaum jemand anzweifeln. Aber welche Form der Kultur soll geschaffen werden? In dieser Frage war sich das Publikum der Tiroler Festspiele Erl uneinig, wie die teils wütenden Reaktionen am Ende des Eröffnungsabends zeigten.
Was war geschehen? Die Hamburgerin Katja Czellnik hatte Männerchöre von Richard Strauss mit improvisierten Textfetzen aus den "Reden über Österreich" von Erwin Ringel (brillant: Martin Miotk) und Anton Wildgans zu einer politischen Inszenierung über nationale Identität und Ausgrenzung verbunden. Das geschah in einer Art Mainstream-Trash-Ästhetik, die an sich niemanden mehr sonderlich schockieren dürfte. Wer aber den Tiroler Volkshelden Andreas Hofer in seiner Heimat mit den Worten "Geh aus der Geschichte, wir brauchen dich hier nicht mehr" von der Bühne jagt, der ist entweder hochgradig unbedarft oder erfolgreich provokant. Das Erler Publikum ist aus den Vorjahren eine selbsterklärende und eher statische Regiehandschrift gewohnt, die auf Metaebenen verzichtet. Der Eröffnungsabend wirkte vor diesem Hintergrund als Versuch einer Imagekorrektur und sorgte für ein paar Tage Gesprächsstoff.

Wiener Zeitung 13.7.2015



germania - eine geisteraustreibung teil 2




Germania
(Fotos Dirk Bleicker)


Regie:Hsuang Huang, Michael Höppner, Sarah Kohm
Bühne/Kostüm: Hsiu-Yingh Hou, Günter Lemke, Sanghwa Park
Künstlerische Gesamtleitung: Hartmut Meyer,Katja Czellnik, Nicole Timm
Akademie der Künste Berlin, Februar 2015

"It’s a relentless mix of the grotesque and absurd, and it can get pretty dizzying — like walking through a Nazi funhouse on bad acid. It’s also unsettling, because comedic boundaries are often blurred. Is it okay to laugh at a Goebbels fart? What about a Nazi architect who fishes for one of Hitler’s turds in a gold toilet? Even the biggest laughs from the largely German audience were muted and seemed to be immediately followed by a silent wince."
the verge

Fotos und Rezensionen hier:

http://www.ko-existenz.info/kürzlich



germania - eine geisteraustreibung teil 1


Puppe1

Am „Kotti“, inmitten hauptstädtischer Verwahrlosung – das wir man ja wohl noch sagen dürfen –, bezieht eine kleine Volksgemeinschaft im WestGermany, einem besonders abstoßenden Beispiel Berliner Dekadenz, Quartier. In dieser Enklave werden die Grundsteine für ein neues Germania gelegt, geistig-moralische Aufrüstung und körperliche Ertüchtigung betrieben, Aufstände geprobt und die Komplettsanierung Deutschlands in Angriff genommen.
In Vorbereitung ihrer finalen Aktion im Herzen der ehemaligen Reichshauptstadt (vom 19. bis 22. Februar 2015 im Gebäude der Akademie der Künste am Potsdamer Platz) beschwört diese verschworene Gemeinschaft erstmals Geister der Vergangenheit aus der Zukunft herauf. Und Zarah Leander gibt ihre Hits zum Besten …


Statt Deutschland für Alternative – eine Alternative für Deutschland!


Installationen, Performances, Filme, Musiken und Lektüren von und mit:
Katja Czellnik, Michael Höppner, Sanghwa Park, Hsiu-Ying Hou, Martin Miotk, Günter Lemke, Alexander Brack, Viktor Jeraj, Charlotta Hench, Julie Rodkjaer, Josephine und Sabine Denkinger

NOrtEurope/WestGermany, Oktober 2014




gamification


Sims

Von addicted sims - playern bis zum real life war training:
das Phänomen der 'gamification' hat von uns Besitz ergriffen.
"Wenn wir mehr Zeit mit spielen verbringen, werden wir uns verändern: wir werden neue Fähigkeiten entwickeln. Wir werden uns zu einer Species entwickeln, die in der Lage ist gemeinsam etwas zu erreichen. Das ist die Wahrheit, Ich glaube daran. Wenn ich in die Zukunft sehe, dann weiss ich zwei Dinge ganz sicher: wir können jede Zukunft erschaffen die wir uns vorstellen, und wir können jedes Spiel spielen, das wir spielen wollen. Lasst es uns spielen: das Spiel, das die Welt verändert.!"
Jane McGonical

Mit:
Hsiu-Ying Hou, Martin Miotk, Sanghwa Park, Katja Czellnik, and the candychrushers:

installation, video, music and life-performance
NOrthEurope/WestGermany, Mai 2014




fake - die praxis


Fakea

Fakeb

Fakec

Gemeinsam mit 8 Installations- Performance- und Musik - Künstlern erstand das Westgermany als ehemalige Arztpraxis aus den Trümmern wieder auf: In einer Mischung aus Labor und Horrorkabinett wird der Besucher zum willigen Dauerpatienten und Forschungsobjekt im Gefolge von Frankenstein und Co....

Installation:
Sebastian Figal, Hsuan Huang, Nastasja Keller, Stefanie Lindner, Friederike Meese
Performance:
Hsiu-Ying Hou, Sanghwa Park, David van Raaij
Musik:
Carlo Suszek
Video:
Katja Czellnik

Januar 2014, NOrthEurope/WestGermany




men's club


Menscluba

Mensclubb

Mensclubc

Hermetisch abgeriegelte Männerbündnisse fällen nach wie vor wichtige Entscheidungen. Zugang erhält nur, wer zuvor gezielte Aufnahmerituale durchläuft. Im WestGermany absolvierten die Besucher einen Parcours in fünf Etappen:
1.Durch Schmerz ans Ziel, 2.Lass das Tier raus, 3. Fight Your Enemy, 4.Abschied von Mutti, 5.Welcome to the club.

Installation: Sebastian Figal
Performance: Hou Hsiu-Ying, Cheng Ting
Video: Katja Czellnik

NOrthEurope/WestGermany, September 2013





unternehmen angst 3 - reset


Reseta

Resetb

Resetc

Nach "Expansion" und "Krise" drückt das Unternehmen Angst die "Reset" Taste und beamt sich per Raumschiff in die Zukunft: an Bord visionäre Denker von Rousseau über Marx bis Dutschke. Im Cockpit: die Einladung, ein eigenes Utopia zu formulieren. Im Videospiel „Gravity give us a break“ gehen die Teilnehmer auf die Reise zu einem unbekannten Planeten. Wie das Leben dort aussehen wird, entscheiden sie per Knopfdruck selbst – die neue Welt entsteht im Baukastenprinzip. Im Vorraum des WestGermany hat sich derweil das Zentralregister für zukunftsweisende Ideen (Z.w.f.L.) platziert.

Von und mit:
Katja Czellnik (Videos), Katarina Eckold/Christian Kiehl/Lasse Marburg (Gravity give us a break), Stephan Kallage (Dramaturgie), Wilma Renfordt (Zentralregister für zukunftsweisende Ideen*), Nicole Timm (Raumschiff)

Westgermany Oktober 2012

watch trailer:





nightentity unlimited


Stattbad1

Stattbad2

Stattbad3

stillstand und verfall bieten den besten nährboden für anarchistische geister.
das ausmass der globalen krise macht lebende schlaflos.
ein grund sich zu treffen!
der schamanistische bademeister lädt zur nächtlichen seance:
koreanische hostessen, endzeitprediger, (schlaf)wandelnde cellisten, killerkaninchen, happy-birthday-marylin, uwe barschel und diverse geister der vergangenheit haben sich in den kabinen der bäderabteilung eingenistet. dort werden sie mit ihrem futuristischen alter ego konfrontiert, durch klangkorridore gebeamt, im tonlabor eingefangen, seziert und in der lukubrations-maschine verarbeitet. manche verbarrikadieren sich in ihren höllenkreisen, andere stören den unerbittlichen textstrom des bademeisters, der sich im laufe der nacht und in zunehmenden trance-zustand durch die offenbarung des johannes frisst....
im kellerlabor haben sich derweil geister der selbstmordmanager mit wagners mime verbrüdert und laden zur apokalyptischen kochshow - guten appetit!
nightentity unlimited
apocalyptische seance
30.9.11
21h - open end
stattbad wedding
mit
Anne Champert (Komposition), Katja Czellnik(Video),Bernd Damovsky (Installation/Performance), Soo Eun Lee and company (performance), Herrmann Fohsel, Roman Lembert (Musik), Martin Miotk (szenische Installation/Performance), Julia Winter (installation), Zacker, Winter (Installation)



unternehmen angst 2 - krise


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"Nur eine Krise - eine tatsächliche oder empfundene - führt zu echtem Wandel." Milton Friedman
Wie bereits in der ersten Etappe nutzt Nicole Timm die ehemaligen Grundrisse vom West Germany, am Boden und an der Decke als Fragmente sichtbar, für die „Rekonstruktion“ einer Führungsetage: dem UNTERNEHMEN ANGST. Angesichts des allgegenwärtigen Scheiterns im Zentrum Kreuzberg - einst als soziale und wirtschaftliche Utopie geplant - nehmen die Zukunftsoptimismen des darin agierenden Global Managements wahnhafte, geradezu geisterhafte Züge an. Die Krise ist voll im Gang: Die Räume sind besetzt, die Manager in Geiselhaft, die Wege blockiert: Ein Zeltlager wuchert um das Unternehmen herum. Diese neue Form von Widerstand rückt das UNTERNEHMEN ANGST immer mehr an die Peripherie, wo es sich zu einer Art Gaddafi 'scher Trutzburg zusammen rottet. Derweil senden die letzten verbliebenen Manager aus ihren Verschanzungen Durchhalteparolen an die Gesellschaft, denn: "Das wichtigste Kapital deutscher Unternehmen ist ihr Humankapital." Peter F.Drucker

Mit:
Nicole Timm - Installation
Katja Czellnik - Video
Su Lee'Un and Company - Performance
Stefan Kallage - Dramaturgische Mitarbeit
Miren Oller - Mitarbeit Rauminstallation

WestGermany Oktober 2011

watch trailer:





unternehmen angst 1 - expansion


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„Der Riese ist wach, er ist stark, entschlossen und er weiß, was er kann und will! Evolution statt Revolution - aber mit Tempo! Uns ist kein Berg zu hoch und kein Anstieg zu beschwerlich, so wie es auch im Lied heißt: „Ain’t no Mountain high enough”.“ (Auszug aus Peter Löschers Rede zur Jahreshauptversammlung von Siemens, Januar 2011)
Im WestGermany trifft gespenstisches, abstraktes Firmenkonstrukt auf Verfall, Stillstand und Anarchie: als Teil des „Zentrum Kreuzberg“, einem gescheiterten Wirtschafts- und Lebensexperiment zugleich, in dessen Kadaver die Manager unermüdlich und geisterhaft den Fortschritt postulieren.... Nicole Timm nutzt die ehemaligen Grundrisse vom West Germany, am Boden und an der Decke als Fragmente sichtbar, für die „Rekonstruktion“ einer verlassenen Führungsetage einer fiktiven Firma, dem „UNTERNEHMEN ANGST“.

Installation: Nicole Timm, Madeleine Gebhardt, Martina von Holn
Video: Katja Czellnik
Dramaturgische Mitarbeit: Stephan Kallage

WestGermany, Juli 2011

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die verurteilung des lukullus, brecht/dessau
komische oper berlin


Lukullus1

Lukullus2

Lukullus3

(Fotos: Thomas Aurin)

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Team: Katja Czellnik, Sebastian Figal, Hartmut Meyer, Nicole Timm
TAZ:
Eine gute Fee muss die Komische Oper geküsst haben, dass hier ein Werk lebendig wird, das eigentlich nicht mehr aufführbar ist. Toter kann ein Kunstwerk heute gar nicht sein, aber die in Hamburg ausgebildete Regisseurin fegt den ganzen Ballast mit leichter Hand beiseite und lässt das Erbstück von der ersten Szene an ungebremst in unsere mediale Gegenwart hineinkrachen. Dort zerbricht es in tausend bunte, groteske und komische Einzelteile, die ein überraschendes, so sehr von aller Ideologie befreites Eigenleben entfalten, dass ein anderes, neues Bild entsteht. Vorhang zu und alle Fragen offen, wie es sich bei Brecht gehört.
Bayern4 Radio Klassik:
Szenisch eine erfolgreiche Wiederbelebung dieser Oper, zeitgemäß drastisch, politisch konsequent!
FAZ , Eleonore Büning:
Katja Czellnik und ihr Team verfügen über die Gnade des nichthistorischen Blicks, weshalb sie sich einen frischen und lustigen Schaubudenzauber ausdachten, eine Art Grand -Guignol-Karneval mit schrillen Typen und fantastischen Kostümen, wie von Ligetis "Grand Macabre" inspiriert. Das ist ein Glück für das Stück. Plötzlich scheint die schier übermächtige Berghaus-Tradition wie abgeschnitten.
Neues Deutschland:
Für diese konsequente, mit der Banalität des Scheins spielenden szenischen Lesart gab es die einhellige Zustimmung des Publikums.
Klassik.com:
Die Komplexität von Realitäten und deren meist eindimensionale Vermittlung steht im Zentrum von Katja Czellniks Regieansatz. Großer Jubel nach knapp zwei Stunden Oper, die nicht zuletzt ein erneuter Beleg für das glückliche Händchen der Komischen Oper in Bezug auf ihre Werk- und Regiewahl sind!
Berliner Zeitung:
Eine reiche Inszenierung ist Katja Czellnik gelungen, indem sie die Gradlinigkeit des Stückes mit eigenwilligen Mäandern und Schwerpunktversetzungen verschleiert, ohne dabei zu entgleisen. Der Beifall für das Opernhaus des Jahres ist groß und einhellig.
Der neue Merker:
Keine leichte Kost aber mit Esprit und faszinierenden Essenzen, mit begrüßenswerten Nachwirkungen im Kopf.
Zitty, Das Hauptstadtmagazin:
Ein ganz großer Abend!









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